Neun Grilltypen, auf die man vorbereitet sein sollte

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Ich Bier, Du Grill

Liebe Grillfreunde, wir kennen das doch alle. Da plant man einen netten Grillabend, mit seinen Freunden, und dann hat man ein Problem nach dem Anderen. Der eine mag den anderen nicht, das Wetter ist zu schlecht, das Bier nicht kalt genug und jegliches andere kleine Minidrama. Hinter diesen Dramen sind meist immer die gleichen Grilltypen versteckt, hier also eine kleine Hilfe, wie ihr diese Grilltypen schnellstmöglichst erkennt und ihnen zuvorkommt bevor sie eure Party sprengen. Viel Spaß beim Lesen.

1. Der „Mir gehört der Grill und keinem Anderen“

Dieser Partygriller ist durchaus weit bekannt. Er ergreift so früh wie möglich das Zepter, oder in unserem Fall die Grillzange, und so einfach gibt er sie auch nicht mehr her. Von Beginn des Grillens bis zum bitteren Ende ist er das Oberhaupt über den Grill. Er entscheidet, wann welches Stück den heiligen Rost berühren darf, und vor allem wo was zu liegen hat. Dahinter steckt natürlich ein ausgeklügeltes System und wehe – wirklich WEHE! – wenn das einer anrührt! Dann kann der „Mir gehört der Grill und keinem Anderen“ zu einem richtigem kleinen Rohrspatz mutieren, dann ist alles falsch. Das Wetter, die Location, und sowieso wieso eigentlich Brickets und keine Kohle??? Und wenn er erst einmal in Fahrt gekommen ist, hat man mit seiner Grillparty nicht mehr ganz so viel Spaß.

Konstruktive Kritik? Große Fehlanzeige. Oder möchtest du den dritten Weltkrieg oder zumindest den ersten Grillgarten-Krieg hervorrufen? Nein lieber nicht, glaub uns, das willst du nicht.

Normalerweise kann man mit dem „Mir gehört der Grill und keinem Anderen“ ganz gut umgehen, indem man ihm einfach sein kleines Reich überlässt und sich selbst ein bisschen in Geduld übt. Die paar strapazierten Nerven sind den großen Krach nicht wert.

Richtig problematisch wird es eigentlich erst, wenn der „Mir gehört der Grill und keinem Anderen“ auf den Besserwisser trifft. Das ist durchaus eine recht Partystimmung-sprengende Kombination.

2. Der Besserwisser

„Das darf man nur einmal umdrehen!“, „Die Wurst muss man vorher einschneiden“, „Mit Joghurt Dressing schmeckt der Salat viel besser“ und außerdem „Wir müssen unbedingt Bier über das Fleisch schütten, dann schmeckt es erst so richtig gut“ –  kennt ihr das?? Jaaa, wir auch! Und wir wollen das nicht mehr. Immer diese Besserwisser, die alles und zwar wirklich absolut alles besser wissen. Auch wenn das was sie eigentlich besser wissen, nicht der Wahrheit entspricht, dann wird stur und ohne Einsicht auf dieser Meinung beharrt. Die besten der Besserwisser haben sogar noch zusätzlich das Talent erlernt, mit Halbwissen und Unwahrheiten Sachverhalte so darzustellen, dass sogar der Belesenste an seinem Fachwissen zweifelt.

Nicht nur führt ein über-ambitionierte Besserwisser zu wenig optimalen Ergebnissen, sondern auch zu teilweise unterhaltenden aber die meiste Zeit doch eher nur nervenden endlos Diskussionen mit dem „Mir gehört der Grill und keinem Anderen“.

3. Der Feuerteufel

„Ich habe Feuer gemacht“ nicht nur ein Motto das die Steinzeitmenschen geprägt hat. Wer den Feuerteufel zu Gast hat, könnte glatt meinen, er hätte ein solches Höhlenmenschen Exemplar leibhaftig vor sich stehen.

Der Feuerteufel erfreut sich prinzipiell an allem was brennt, auch wenn es nur ansatzweise brennt. Solange es heiß ist und Rauch aufsteigt fühlt sich ein Feuerteufel pudelwohl. Auch hat er stets einige kleine Habseligkeit die er überall mit hin nimmt und die ihn charakterisieren. Lasst euch eins gesagt sein, wenn einer eurer Gäste eine Flasche Spiritus mitbringt und damit den Grill anschmeißen will, dann können wir mit 100%-iger Sicherheit bestätigen, dass es sich hierbei um einen waschechten Feuerteufel handelt. Falls ihr uns nicht glaubt, könnten leicht angesengelte Haare und fehlende Augenbrauen ein weiteres Indiz für ein solches Exemplar sein.

An sich mögen wir den Feuerteufel ja ganz gerne, die restliche Zeit über ist er auch ein wirklich netter Zeitgenosse, nur wenn es um das Anzünden von irgendwas geht, dann ähm sagen wir mal so, gestaltet sich unsere Freundschaft zum Feuerteufel ein kleines bisschen minimalistischer. Generell hat der Feuerteufel nämlich so ein kleines Problem mit dem erkennen, wann es genug ist. Mit dem guten Spiritus wird hier nicht gerade gegeizt, und wenn dann eine Stichflamme in die Höhe schießt dann ist das auch alles gaaaaaaanz normal – natürlich. Doof nur wenn der Garten oder die anderen Gäste anfangen zu brennen.

Unser Tipp daher, nehmt dem Feuerteufel einfach direkt den Spiritus weg und ihr habt den ganzen Abend über Ruhe und müsst euch keine Sorgen über brennende Gäste und fehlende Augenbrauen machen.

4. Der „Mampf-a-lot“

Weit verbreitet ist auch dieses Exemplar. „Oh ihr macht eine Grillparty, toll ich komme gerne, ich bring auch ein Päckchen Wurst mit“ – jaja da kommt er an der Gute. Bringt ganze 5 abgepackte Würstchen mit. Setzt sich an den Tisch. Und normalerweise ist er daran zu erkennen, dass die erste Frage die er stellt ist, wann gibt’s denn was zu essen?

Nun wäre der Mampf-a-lot ja durchaus ein gern gesehener Gast, hätte er nicht vor Beginn des allgemeinen Essens, schon dreiviertel des gesamten Brotvorrates gegessen, sodass die verbleibenden Stückchen durch eine Überzahl an Gästen geteilt werden müssten.

Deine Würstchen sind fertig! – und schwupps hat er sie auch schon verspeist. Und danach läuft der Mampf-a-lot erst so richtig zu Hochtouren auf. „Isst du das noch?“, ist einer von vielen Sätzen, die unterschwellig implizieren sollen, dass der gute Herr nach seinen 5 Würstchen noch lange nicht satt ist. Dies kann bis zu dem Ausmaß weitergehen, dass man die Kaugeräusche die der „Mamp-a-lot“ von sich gibt, während er Luft kaut und immer wieder verstohlen auf deinen Teller stiert, nicht mehr ertragen kann und ihn dann noch den Rest des eigenen Tellers zuschiebt.

Tja, wer weiß das man einen „Mampf-a-Lot“ im Freundeskreis hat, sollte entweder genügend Vorräte einkaufen (und diese je nach Ausprägungsgrades des „Mampf-a-lot“) auch gut verstecken oder ihn einfach bitten sein Kram selbst mitzubringen. Zugegeben letzteres ist jetzt nicht wirklich die feine englische Art aber eine bessere Lösung ist uns dagegen leider noch nicht aufgefallen.

5. Der Spritkopf

Der Spritkopf, kann eine Party eigentlich wundervoll erheitern, wenn er nicht auch die Eigenschaft hätte diese in Sekundenschnelle zu beenden. Passiert immer wieder, aber wer weiß dass er einen solchen Grilltypen zu Gast hat, kann dem großen persönlichen Finale des Spritkopfes entgegensteuern.

Woran man einen Spritkopf erkennt. Naja das ist eigentlich ganz einfach. Das erste was der Spritkopf macht, nachdem er höflichst und zumeist noch nüchtern, alle begrüßt hat, ist die Suche nach dem Bier zu starten. Zielstrebig geht der erste Gang zum Kühlschrank, wo das kühle Blonde zumeist schon bereit steht. Dann kann alles ganz schnell gehen, 1,2,3,4…10?? Puhh, manchmal verliert man da echt den Überblick.

Der Spritkopf ist zumeist also der Gast, der schon bevor überhaupt ein Stück vom Grill gekommen ist, keinen Hunger mehr hat und munter fröhlich am Tisch hin und her schunkelt. Wer der Meinung ist, dies schlecht beurteilen zu können, hier ein kleiner Tipp von uns, der Spritkopf hat zumeist so drei bis sieben leere Bierflaschen vor sich versammelt.

Ein Talent das der Spritkopf besitzt, häufig ist er von jetzt auf gleich nicht mehr auffindbar. Keine Sorge, es gibt ein paar Möglichkeiten, bei der ihr den guten mit Sicherheit wieder findet:

„Eben saß er doch noch hier, wo ist er hin?!“ –  bei solchen Aussagen, bietet es sich an, einmal unter den Tisch zu schauen, vermutlich findet man den Spritkopf dort tief schlummernd vor.

„Er meinte er wäre gleich wieder da, das war vor einer halben Stunde“ – Ihr solltet schleunigst zur Toilette eilen, vermutlich findet ihr den guten dort vor, wo er sich die letzten zwei bis drei Stunden nochmal gewaltig durch den Kopf gehen lässt.

6. Die Anti-Fleisch-Fraktion

Zunächst einmal möchten wir hier klarstellen, wir haben kein Problem mit Vegetariern, Veganern oder sonstigen fleischlos-lebenden Menschen. Wir respektieren eure Entscheidung und insgeheim bewundern wir auch, wie ihr es aushaltet ohne leckere Würstchen, Steaks, Hamburger, Bacon usw. überleben könnt. Aber mit wem wir ein Problem haben, naja wohl eher ein gewaltiges Problem, ist diese absolute Anti-Fleisch-Fraktion.

Diese Liebreizenden Wesen (unsere Redaktion musste es zugeben, meistens handelt es sich hierbei doch um die Frauen), rümpfen die Nase bei jedem Stück Fleisch das an ihnen vorbeikommt. Allein der Geruch! Absolut wiederwertig. Warum sie dann zum Grillen gekommen sind? –Richtig, um allen anderen so gehörig den Appetit zu vermiesen.

„Kannst du dir vorstellen, dass das was du da gerade isst, mal ein süßes kleines Kaninchen war?“ oder noch besser, sie zücken ihr Handy um einem ein absolut niedliches und liebenswertes Tier-Baby-Foto von deinem leckeren Steak zu zeigen was sie sich gerade er-googelt haben. Danke, jetzt ist mein Appetit flöten gegangen und meine gute Laune ist gleich mitabgezogen. Ach ja und bevor wir es vergessen, WEHE es ist auch nur ein Minikleines Stückchen Schinken oder Thunfisch in auch nur IRGENDEINEM Salat!!!

Wen es ganz hart trifft, der hat einen dieser raren Anti-Fleisch-Fraktions-Oberhäupter am Tisch, die entweder dem Fleisch Tiernamen geben und die ganze Zeit so mit ihm reden oder aber direkt bei dem Anblick von gegrilltem Fleisch in Tränen ausbrechen.

Na dann, frohes Grillen allerseits!

7. Der Regelfanatiker

„Aber auf der Verpackung steht…“ – Es ist mir völlig egal was auf der Verpackung steht, ich mach das immer so!!! Na kommt euch dieser Gesprächsfetzen bekannt vor? In diesem Falle habt ihr es mit einem waschechten Regelfanatiker zu tun.

Bei ihm muss erstens alles geregelt und gesittet ablaufen. Zweitens gibt es ja auch nicht umsonst, Texte auf der Verpackung an die man sich absolut und zwar wirklich auf jede Milli-Kleinigkeit genau halten muss.

Ohh und ihr wollt hier mit offenem Feuer rumhantieren?? Na also die Frauen mit langen Haaren machen sich erstmal einen Zopf. Alle Tiere müssen sofort an die Leine und überhaupt KINDER?! – Um Himmelswillen die dürfen schon mal auf gar keinen Fall irgendwo alleine rumtollen. Am besten wir ziehen uns alle Feuerschutzkleidung an! Oder noch besser, wir nehmen einfach einen Elektrogrill, da ist das Risiko schon mal etwas minimiert.

Unsere Lösung um den Regelfanatiker ruhig zu stellen, setzt ihn einfach neben den Spritkopf und zwingt den guten dazu ein bisschen mitzumachen. Nur aufpassen, dass man sich am Ende nicht mit zwei Spritköpfen rumschlagen muss.

8. Die Frostbeule

Man stellt sich das ganze so vor, es sind 30 Grad im Schatten, alle schwitzen, jeder hat so wenig an wie nur irgendwie möglich und versucht sich auch am besten so wenig wie möglich zu bewegen. Nach dem Grillen, wenn es langsam angenehmer wird, alle sich wohler fühlen, die Bäuche voll sind und die Sonne schon tief am Himmel steht, es immer noch 25 Grad sind, dann kommt dieses Exemplar Mensch hervor.

Die Frostbeule ist ein Meister der Verschleierung. Man merkt gar nicht das sich eine in unmittelbarer Nähe befindet, bis sie sich auf einmal und urplötzlich zu erkennen gibt. Dazu genügt ein Einfaches – „Mir ist sooooo kalt“ aus. Und wer jetzt nicht reagiert, der hat in einer halben Stunde eine Party die auf einmal in der Wohnung stattfindet.

Am besten direkt aufspringen und der Frostbeule eine Decke, einen Pullover und eine lange Hose holen. In besonders extremen Fällen, kann auch der Griff zu Schal, Mütze und Jacke nötig sein. Und um Himmelswillen, vergesst bloß die Wollsocken nicht!!! Ganz egal, wie ihr die Frostbeule zufrieden stellt, nur tut es. Sonst müsst ihr euch alle fünf Minuten Klagen über die Kälte (bei 25 Grad) anhören, und glaubt uns, das nervt, oder ihr wacht am nächsten Morgen auf und eure Wohnung ist ein einziges Schlachtfeld, da die Frostbeule die Party mal ebenso nach drinnen verlegt hat.

9. Der Ungeduldige

„Wann gibt’s endlich was zu essen, wir warten schon seit Ewigkeiten!!!“ Und diese Ewigkeiten umfasst genau zwei Minuten, denn seit genau dieser Zeit brutzelt das erste Essen auf dem Grill. Das schlimme, der Ungeduldige gibt keine Ruhe. Er blubbert vor sich hin, ab und an kommt mal ein Gemecker bis zum Grillchef vor aber an sich gilt, hat der Ungeduldige erst einmal mit dem Motzen angefangen hält ihn so schnell eigentlich nichts mehr auf.

Ganz schnell kann es da passieren, dass sich ein ausgewachsener Mann, von dem man meinen sollte er sei mit seinen 30+ schon längst im Leben angekommen, auf einen Schlag in ein fünfjähriges quängelndes Kind verwandelt (das ganze gilt natürlich auch für das weibliche Geschlecht).

Unser Tipp, am besten ihr beschäftigt den Ungeduldigen, früher hat man den Kindern was zum Spielen gegeben und sie haben alles rund herum vergessen. Na super, was einmal funktioniert hat, funktioniert immer. Also gebt ihm oder ihr Aufgaben, lasst ihn zum Beispiel beim Salat schnippeln helfen, betreut ihn mit der Aufgabe der Getränke, gebt ihm einen Hund zum Spielen und wenn es ganz hart auf hart kommt, dann spielt tatsächlich irgendwas mit ihm, nur lenkt ihn von seiner Ungeduld ab! Der Dank aller anderen Gäste wird auf eurer Seite sein.

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